Nice Bar – Markengeschichte

Eine Kundin hat mir vor ein paar Jahren einen Riegel aus ihrer Handtasche gezeigt und gesagt: "Der ist gesund, den hat mir mein Fitnessstudio empfohlen." Ich hab die Verpackung umgedreht. Sechzehn Zutaten. Drei davon konnte ich nicht aussprechen. Ich hab sie ihr vorgelesen, eine nach der anderen, und ihr Gesicht ist dabei länger geworden.

Das war nicht der erste Riegel dieser Art, der bei mir auf dem Tisch gelandet ist. Nach zwölf Jahren als Gesundheitscoach kannte ich das Muster: Jemand macht monatelang alles richtig, Training, Schlaf, Ernährung, und stolpert am Ende über einen Snack, den er für harmlos hält. Süßstoffe, die den Blutzucker durcheinanderbringen. Zuckeralkohole, die Blähungen verursachen und irgendwo in einer Liste mit vierzig Zutaten verschwinden. Verkauft mit einem Wort wie "fit" oder "protein" auf der Vorderseite, damit niemand die Rückseite liest.

Ich bin nach Hause gegangen und hab angefangen, meine eigenen Riegel zu machen. Nicht als Geschäftsidee. Ich wollte einfach einen Riegel, den ich einer Kundin in die Hand drücken kann, ohne im Kopf schon die Entschuldigung vorzubereiten.

Die erste Regel, die ich mir gesetzt habe: Jede Zutat muss ich laut sagen können, ohne dass es komisch klingt. Keine Codes, keine E-Nummern, keine "natürlichen Aromen", die alles und nichts bedeuten. Das hat fast alles gestrichen, was normal in der Branche ist. Übrig blieben Nüsse, Obst, Vanille, Kakaonibs. Dinge, die man auch in einer Küche findet und nicht nur in einem Labor.

Der zweite Punkt war unbequemer: Ein Riegel, der zwei Jahre ungekühlt im Regal überlebt, ist chemisch dafür präpariert. Ich wollte diesen Kompromiss nicht. Also frieren wir die Riegel ein. Das bedeutet, du brauchst ein Gefrierfach, keine Hosentasche. Es ist weniger praktisch als die Konkurrenz, und ich sag das bewusst so direkt, weil ich lieber ehrlich unbequem bin als bequem unehrlich.